Autofahrer & Biker im Verkehr
Auto & Motorrad:
Miteinander statt gegeneinander


Biker sind die besseren Autofahrer und Autofahrer sind die besseren Biker:
"Wer die Sichtweise des anderen kennt, tut sich leichter mit partnerschaftlichem Verhalten im Straßenverkehr".

 

Was Motorradfahrer und Autolenker voneinander wissen sollten, um Konfliktsituationen und Unfälle im Straßenverkehr zu vermeiden:


Verhaltensregeln für Autofahrer

- Kanaldeckel, Schienen, Wasserlachen sowie Glasscherben auf der Fahrbahn zwingen Biker zum Ausweichen. Vorausschauendes Fahren bedeutet für den Autolenker daher, dass die Fahrlinie des Motorradfahrers vorausberechnet werden muss.

- Der Seitenabstand sollte so gewählt werden, dass zwischen Auto und Bike mindestens eineinhalb Meter Abstand besteht. Autolenker sollten niemals Einspurige am Vorbeifahren hindern.
Das provoziert nur Streitereien und erhöht die Unfallgefahr!

- Vor jedem Öffnen der Autotür muss man sich vergewissern, ob nicht gerade ein Motorrad kommt.

- Beim Linksabbiegen nach Motorrädern Ausschau halten, aufgrund der schmalen Silhouette sind Bikes schwerer auszumachen und das Tempo wird häufig unterschätzt.

- Um das Unfallrisiko zu vermindern, müssen die Autofahrer sich darauf einstellen, dass Motorräder in Sachen Beschleunigung, Geschwindigkeit und Wendigkeit anders ausgestattet sind als Pkw. Wer das beachtet, vermeidet brenzlige Situationen.

Keine glühende Zigarettenkippe aus dem Autofenster werfen. Sie könnte im offenen Visier oder in der Kleidung des hinter dir fahrenden Motorradfahrers landen!

Stürzt ein Motorradfahrer, ist der Abstand des nachfolgenden Fahrzeugs meist zu kurz, um vor dem Gestürzten noch anhalten zu können. Halte daher bitte mindestens 3 Sekunden Abstand.

Motorradfahrer können sehr kurze Bremswege erzielen. Halte daher mindestens 3 Sekunden Abstand, auch wenn der Fahrer nicht in offensichtlicher Sturzgefahr ist!

Motorradfahrer können in Kurven nur sehr schlecht bremsen. Fährt ein Motorradfahrer vor einer Linkskurve rechts ran, heißt das nicht, dass er das hinter ihm fahrende Auto vorbeilassen will, sondern dass er gleich auf die linke Seite der Fahrspur hinüberzieht, um am Kurvenausgang nicht in der Vegetation zu landen.

"Vorbeischlängeln" zwischen Kolonnen ist seit 1998 in Österreich erlaubt: Lt. § 12 Abs. 5 StVO dürfen die Lenker einspuriger, später ankommender Fahrzeuge neben oder zwischen den bereits haltenden Fahrzeugen vorfahren, um sich mit ihren Fahrzeugen weiter vorne aufzustellen. Natürlich nur dann, wenn niemand behindert oder gefährdet wird. Gilt aber nicht für die Schweiz!

Motorräder sind schmal. Beim Fahrstreifenwechsel nicht nur in die Spiegel schauen - der Motorradfahrer könnte sich im toten Winkel befinden: Unbedingt einen Schulterblick machen!

Rechne jederzeit (auch beim Überholen) damit, dass ein Motorradfahrer plötzlich nach links oder rechts zieht. Er weicht Stellen aus, wo ein Autofahrer problemlos drüberfährt (z.B. einer toten Maus).


Verhaltensregeln für Biker

- Im Kolonnenverkehr muss der viel kürzere Bremsweg des Autos einkalkuliert werden.

- Durch stehende Kolonnen schlängeln, kann gefährlich sein. Das Vorbeifahren an einer Kolonne ist daher nur dann erlaubt, wenn die Kolonne steht, wenn man sich vor einer Kreuzung, Straßenenge, Baustelle, Eisenbahnkreuzung oder im Stau befindet und wenn ausreichend Platz zur Verfügung steht. Gilt aber nicht für die Schweiz!

- Motorräder haben keine Knautschzone. Daran sollten Biker immer denken. Unabhängig von der Schuldfrage sind es meist die Motorradfahrer, die an den Unfallfolgen verstärkt leiden. Biker sind deshalb besonders gefordert, immer für andere mitzudenken.

Die wichtigste Regel allerdings lautet:
Ein freundliches Miteinander und das Unterlassen von Provokationen trägt gewaltig zur Klimaverbesserung und Unfallvermeidung bei.

 

Autor: Marcel / Schweiz
Danke für die freundliche Genehmigung
Bilder und Bearbeitung: no59

VIEL SPASS-AM-MOTORRADFAHREN.DE